Investitur der Schweizerischen Statthalterei 2021

Einladung nach Bern!

Die Komturei Bern ist Gastgeberin für die Investitur vom 4. – 6. Juni 2021. Die Bundesstadt ist der Rahmen für die festlichen Tage, deren Höhepunkt die feierliche Aufnahme von Kandidatinnen und Kandidaten ist. Den Berner Ordensmitgliedern ist es eine Ehre und eine Freude, diesen Anlass vorbereiten und durchführen zu dürfen – es ist uns ein Anliegen, eine würdige, schöne und unvergessliche Investitur zu gestalten. Dürfen wir Sie, quasi zur Einstimmung, auf einen kurzen Spaziergang durch die Geschichte und die Situation der Katholiken in Bern mitnehmen?

Katholisch Bern

Im Reformationsjahr 1528 nahmen Stadt und Kanton Bern den neuen evangelisch-reformierten Glauben an, für lange Zeit gab es hier kein katholisches Leben. Erst im Jahr 1799 konnte im Berner Münster erstmals wieder eine Eucharistiefeier stattfinden, dies auf Begehren katholischer Mitglieder der Helvetischen Republik. Nach dem Ende der Helvetik war der Weg der Katholiken steinig, aber stetig, und als dem Kanton Bern nach dem Wiener Kongress 1815 der Jura zugesprochen wurde, wurden die dortigen katholischen Pfarreien staatlich anerkannt – nun gab es also auch katholische Gläubige im reformierten Kanton Bern! In einem Konkordat zwischen dem Heiligen Stuhl und den Kantonen Luzern, Bern, Solothurn und Zug wurde das Bistum Basel 1824 neu umschrieben. Vorerst gehörte der «neue» katholische Teil des Kantons Bern dazu, 1864 regelte dann eine Übereinkunft des Heiligen Stuhls mit Bern auch die Zugehörigkeit des alten Kantonsteils. 1874 konnten die Stadtberner Gläubigen ihre erste Kirche, St. Peter und Paul, einweihen; allerdings mussten sie diese in den Wirren des Kulturkampfs an die Christkatholiken abtreten. Artikel 84 der Staatsverfassung von 1893 sprach dann der evangelisch-reformierten, der römisch-katholischen und der christkatholischen Kirche je die öffentlich-rechtliche Anerkennung zu. 1899 konnten die Katholiken der Stadt Bern die neu erbaute Dreifaltigkeitskirche beziehen. Heute gibt es in der Stadt und Region Bern 15 Pfarreien.  

Zusammenleben

In Bern hat man, wie der kurze Blick in die Konfessionsgeschichte zeigt, gelernt, einander zu achten, die Glaubenspraxis der andern zu respektieren, eine friedliche Nachbarschaft anzustreben. Ökumene zwischen den christlichen Kirchen ist ein Teil des Glaubensalltags. In den letzten Jahrzehnten hat sich das Zusammenleben ausgeweitet in einen interreligiösen Dialog. Angehörige anderer Religionen sollen Orte des Glaubens haben und diesen praktizieren dürfen. Mit dem Bau des Hauses der Religionen ist in der Stadt Bern ein Zeichen gesetzt worden: Seit 2015 haben hier Hindus, Muslime, Christen, Aleviten und Buddhisten je eigene Religionsräume, Juden, Bahá’í und Sikhs beteiligen sich an den Programmen.

Die röm.-kath. Weltkirche in Bern

Wer in Bern katholisch ist, gehört zu einer multikulturellen Gemeinschaft: In den Kirchen der Stadt und Region werden Gottesdienste auf Deutsch, Französisch, Italienisch, Englisch, Spanisch, Portugiesisch, Kroatisch, Lateinisch, Ukrainisch, Tamilisch, Polnisch, Vietnamesisch, Philippinisch, Albanisch, Eritreisch, Slowakisch, Slowenisch, Tschechisch, Ungarisch gefeiert. Die Vertretung des Apostolischen Stuhls, die Nuntiatura Apostolica, befindet sich im Osten der Stadt. Wer je an einem der jährlich stattfindenden Marienfeste teilnahm, weiss um die Vielfältigkeit, die Farbigkeit, die Innigkeit solcher gemeinsamer Gottesdienste und Feiern.

Die Investitur in Bern

Mit der Investitur 2021 der Schweizerischen Statthalterei des Ritterordens kommt ein katholischer Grossanlass nach Bern. Die letzte Investitur in der Bundesstadt fand 2007 statt, ist den damaligen Teilnehmenden in bester Erinnerung und dem heutigen Organisationskomitee gutes Beispiel und ehrenhafter Auftrag zugleich: Die drei Tage im Juni 2021 sollen für die Kandidatinnen und Kandidaten, welche aufgenommen werden, für alle Ordensmitglieder und Gäste ein würdiger und unvergesslicher Anlass sein!

Das Programm

Die Vigilfeier am Freitagabend, 4. Juni, wird in der christkatholischen Kirche St. Peter und Paul stattfinden, dies im Anschluss an ein gemeinsames Pilgermahl im Restaurant Schmiedstube.

Am Samstag, 5. Juni treffen sich die Ordensmitglieder zum Kapitel im Berner Rathaus, während die Gäste Gelegenheit haben, einen Rundgang durch das historische Stadtzentrum Berns zu machen. Beim gemeinsamen Apéro in der grossen Halle des Rathauses können wir das ehrwürdige Gebäude dann auch gebührend bewundern. Das Pontifikalamt mit Investitur feiern wir am Nachmittag in der Basilika Dreifaltigkeit. Im Kulturcasino Bern finden wir uns dann am Samstagabend zum Apéro und zum Diner ein.

Am Sonntag, 6. Juni feiern wir zusammen mit den Gläubigen der Paroisse catholique de langue française de Berne den Sonntagsgottesdienst in der Basilika Dreifaltigkeit, anschliessend sind alle in die Rotonda des Pfarreizentrums Dreifaltigkeit zu einem Berner Brunch eingeladen.

Alle Kirchen, Hotels und Restaurants sowie das Rathaus befinden sich im Stadtzentrum und sind zu Fuss oder auf kurzen ÖV-Strecken bequem und innert weniger Minuten erreichbar.

Vorfreude!

Aus heutiger Sicht, im August 2020, ist aufgrund der Corona-Pandemie noch vieles ungewiss. Wir sind jedoch überzeugt, dass wir die Investitur 2021 in Bern auch unter Einhaltung von entsprechenden Schutzmassnahmen durchführen können und sehen dem Anlass zuversichtlich entgegen. Schon heute freuen wir uns, viele Kandidatinnen und Kandidaten, Ordensmitglieder und Gäste in Bern begrüssen zu dürfen: Härzlech willkomme z’Bärn!

Für das Organisationskomitee:

Marie-Louise Beyeler, Komtureipräsidentin

August 2020

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