Mit dem Vorschlag für ein Jahr der Barmherzigkeit unternimmt Papst Franziskus nichts anderes, als uns dieses Geheimnis unseres Gottes, dessen Namen die Barmherzigkeit ist, erneut anzubieten.
Aber hat uns der Heilige Johannes nicht gesagt, dass der Name Gottes Liebe ist? O Theos agape estin. Gewiss, Gott ist Liebe, aber eine Liebe, die Barmherzigkeit ist, also mit einem Herzen des Erbarmens.
Lieber Gott: ewige Liebe, seit immer Liebe, bevor die Welt und die Dinge vorhanden und die Wesen geschaffen waren, Gott ist als ewiger Liebhaber der Vater, der ewig den Sohn erzeugt, sein wesentliches Bild, der ewig Geliebte; und die Liebesbeziehung zwischen Vater und Sohn ist der Heilige Geist: die gegenseitige und fortbestehende Liebe zwischen Vater und Söhnen. Der Geist, der das Leben der Dreifaltigkeit und der Welt ist. Dynamische Vision:
Dank der Vermittlung und der Offenbarung des Sohnes, Jesus Christus, treten wir in das Geheimnis Gottes ein: deshalb brauchen wir ihn. Es handelt sich nicht um eine philosophische Kenntnis, abstrakt, aber vital, der Teilnahme, der Kommunion mit dem Gott Vater, um mit dir, der du sein einziger Sohn und unser Herr bist, seine Adoptivkinder zu werden, um im Heiligen Geiste regeneriert zu werden.

 

Man hört oft von den drei Religionen des Buches sprechen: dies ist eine fade Aussage, ein falscher Slogan.
• Juden sind das Volk des Gesetzes und der Propheten, der Thora und der Nebiim. In der Lade des Bundes brachten sie die Gesetzestafeln;
• Der Islam ist die Religion des Buches;
• Fundament und Bezug der Christen ist eine Person: Jesus Christus, gestorben und auferstanden, für uns lebend, mit dem wir eine lebendige und persönliche Beziehung schaffen.
Oft hört man auch von drei Monotheismus sprechen: falsch!
Dreifaltigkeit und Inkarnation: die beiden wichtigsten Mysterien unseres Glaubens sind sowohl dem Judentum, wie dem Islam fremd.

 

Wir müssen außerdem beachten, wie wir unsere Beziehung zu den Juden äussern: es stimmt nicht, dass sie unsere älteren Geschwister sind. Der Ausdruck erkennt eine Überlegenheit, die sie nicht mehr haben. Wir sollten uns fragen, ob der jüngere den älteren nicht verdrängt hat, ich würde vielleicht sagen, dass sie „Zwillingsbrüder“ seien: Gesetz und Jesus Christus.

 

Ein Christ darf jedoch nicht der Überzeugung der Juden beipflichten, wonach man das Gesetz mehr als Gott, die Thora mehr als Gott lieben soll.
Wir sollten beachten das Christentum nicht zu judaisieren.
Wenn wir Verbindungselemente haben: die erste antike Allianz, gibt es auch ein Element des Zusammenbruchs: Jesus Christus.
Derjenige, dessen Krankheit Christus ist, der wird nie heilen.
Entdecken wir die Zentralität des Christus neu, wie tatsächlich für unseren religiösen Diskurs, unser Glaubenszeugnis Christus uns nötig ist, weil „Niemand hat Gott je gesehen“ (Gv 1,18), aber der alleingeborene Sohn hat es uns offenbart, er hat es uns erzählt.

 

1. Dreifaltigkeit: ein einziger Gott in drei Personen: Wahrheit, die wir nur mit Mühe verstehen, dennoch befreiend, weil sie uns versichert, dass Gott an sich nicht
Einsamkeit ist, sondern unendliche Bewegung der Liebe.
In Gott ist Gegenseitigkeit, Austausch, Selbstüberwindung, Begegnung, Umarmung vorhanden.
Die Essenz Gottes ist Kommunion.
Das Dogma der Dreifaltigkeit ist keine ermüdende Formel, wo man versucht, die Drei und das Eine übereinzustimmen, sondern es ist Quelle der Lebensweisheit. Wenn Gott sich lediglich in der Kommunion verwirklicht, wird es auch für den Menschen so sein, der nach Bild und Gleichnis Gottes geschaffen wurde, einem Gott Dreifaltigkeit. Nach dem Bild und Gleichnis eines Gottes, der Kommunion von Menschen, Geheimnis der Beziehung, der Bindung der Liebe zwischen Vater, Sohn und Heiligem Geist ist. Seit aller Anfang steht für Gott und für mich die Beziehung, die in Kommunion begründet, was existiert.

 

2. „Ich habe Euch noch vieles zu sagen, aber im Moment seid Ihr noch nicht in der Lage dessen Gewicht zu tragen“.
Jesus geht, ohne alles gesagt zu haben, ohne alles beendet zu haben. Er lässt uns ein System offen, er öffnet gegen die Zukunft und verspricht eine wunderbare Begleitung für einen langen Weg: “der Geist führt Euch zur vollen Wahrheit“, zur vollständigen Wahrheit.
Alle Verben, die Jesus verwendet: der Geist wird kommen, verkünden, führen, nehmen, sind Verben, die in der Zukunft stehen, die den Weg öffnen.
Diese offene, dynamische Vision eines im Wachstum stehenden Kirchenlebens, das nicht ein verschlossener Käfig, wo alles bereits gesagt wurde, sondern eine wachsende Erfahrung ist, ist wichtig. Welche Freude empfinden wir, wenn wir aus Jesus Mund erfahren, dass wir nicht nur einfache Vollstrecker von Aufträgen sind, sondern Erfinder von neuen Wegen.
Im Evangelium entdeckt man neue Schätze, je mehr man es öffnet, kennt und erlebt.

 

3. Die Ritter und Damen des Ritterordens des Heiligen Grabes von Jerusalem, die diese Eucharistie mit uns teilen, engagieren sich für die Wahrung des Landes des Jesus, damit dieses Evangelium der Liebe und der Beziehung im Lande Jesus auch weiterhin erklingen kann. Ihre Leitsprüche tragen das Kreuz von Jerusalem als Kennzeichen, das zwei Dinge andeutet.
Es ist kosmisches Kreuz, es verweist auf die vier Himmelsrichtungen, um uns mitzuteilen, dass die Liebesbotschaft Gottes für die ganze Welt, die gesamte Menschheit gilt.
Es ist erlösendes Kreuz: die fünf roten Kreuze bedeuten die fünf Wunden von Jesus, der sein Leben für uns gegeben hat, um uns das Geheimnis unseres dreifaltigen Gottes der Liebe zu offenbaren.
Der Heilige Augustinus sagte: „Wenn Du die Liebe siehst, dann siehst Du die Dreifaltigkeit“, dass Jesus gekommen ist, um uns mit dem Geschenk seines Lebens, im Mysterium seines Kreuzes, bis zum für uns vergossenen Blut zu offenbaren, indem er mit der Menschheit ein Band der Liebe schafft.
Die Ritter des Heiligen Grabes verpflichten sich das Land Jesus frei zu halten, seine Denkmäler zu verteidigen, seine Werke der Evangelisierung zu unterstützen: Pfarrgemeinden, Schulen, Seminare, Gemeinschafts- und Aufnahmeeinrichtungen.

 

4. Deus lo vult ist ihr Motto, Gott will es, dass man zur Verteidigung der Heiligen Stätten auch kämpfen könne, dass man sogar sterben könne, damit die Schönheit des Glaubens nicht verloren gehe, damit das Leben mit Hoffnung bereichert und konkretes Zeugnis grenzenloser Nächstenliebe angeboten werde, sodass alle Einsamkeit überwunden wird, die denjenigen Angst macht, die sie als große Belastung erdulden müssen.
Ritter und Damen des Heiligen Grabes von Jerusalem für Loyalität gegenüber der Passion Christi, um der Liebe des dreifaltigen Gottes zu entsprechen: Vater und Sohn und Heiliger Geist.

 

S.E. Mons. Pier Giacomo Grampa, em. Vescovo di Lugano