Nicht selten wird heute die Frage gestellt, ob die Tradition eines Ritterordens noch zeitgemäss ist. Was heisst Rittertum heute tatsächlich?

 

Zweifellos ist das Rittertum alter Prägung untergegangen; die Tugenden jedoch, die es trugen, sind nicht mit dem Mittelalter verloren. Ritterliche Tugenden sind die vier Kardinaltugenden Weisheit, Gerechtigkeit, Tapferkeit und Bescheidenheit, wie sie schon die klassische griechische Philosophie entworfen hatte und wie sie später in das christlich-ethische System eingeflossen sind. Sie sind die Summe der ethischen Kultur des Abendlandes und die Grundlagen des ritterlichen Ethos. Sie sind es, die den heutigen Ritter und die moderne Dame des Ordens auszeichnen.

 

Damit legen die Mitglieder des Ritterordens auch Zeugnis ihres Glaubens in Treue zur katholischen Kirche im alltäglichen Leben ab. Die Förderung der Spiritualität des einzelnen und der ganzen Ordensgemeinschaft gilt ebenso wie das finanzielle Engagement als eine zentrale Aufgabe seiner Mitglieder. Und so verstanden, machen diese ritterlichen Prinzipien eben auch heute noch Sinn und sind geeignet, der nach Werten suchenden modernen Gesellschaft Orientierung zu geben. Die Aufgabe der Damen und Ritter ist es, etwas von dieser traditionsreichen Geschichte zu erhalten und weiter zu vermitteln.